„Kinder, wie die Zeit vergeht“, könnte man sagen. Nächstes Jahr feiert das Scherberger Königsspiel das 70jährige Bestehen nach dem 2. Weltkrieg. Dies ist wahrlich ein Grund zum Feiern. Daher möchten wir bereits heute auf den wichtigsten Termin des kommenden Jahres hinweisen; nämlich die Kirmes in Scherberg. Sie wird vom 23. – 27. Juni 2017 stattfinden. Alle Interessierten sollten sich diesen Termin unbedingt vormerken.
Archiv des Autors: volker
Nächste Vorstandsversammlung
Die nächste Vorstandsversammlung findet am 7. November 2016, um 20.00 Uhr, in der Gaststätte „Zum Türmchen“ statt.
Nächste Vorstandsversammlung
Die nächste Vorstandsversammlung findet am 10. Oktober 2016, um 20.00 Uhr, in der Gaststätte „Zum Türmchen“ statt.
Nächste Vorstandsversammlung
Die nächste Vorstandsversammlung findet am 12. September 2016, um 20.00 Uhr, in der Gaststätte „Zum Türmchen“ statt. Ein Termin für die nächste Maijungenversammlung steht noch aus.
Termine
Die nächste Maijungenversammlung wird am 8. Juli 2016 stattfinden. Der Termin für die nächste Vorstandsversammlung ist bereits der 4. Juli 2016. Beide Termine beginnen um 20.00 Uhr in der Gaststätte “Zum Türmchen”.
Neue Bilder der Kirmes 2016
Der Bildergalerie wurde das Fotoalbum “Kirmes 2016″ mit 25 Highlights hinzugefügt.
Losliste 2016
Nachdem wir in diesem Jahr erneut eine ganz tolle Kirmes in Scherberg gefeiert haben, steht jetzt erst einmal das Gewinnen an. Die Losliste 2016 ist nun online. Wir wünschen allen Losbesitzerinnen und Losbesitzern viel Glück!
Schöne Kirmes
Das Scherberger Königsspiel wünscht allen eine schöne Kirmes und tolles Wetter. Diese Homepage ruht traditionell während der Kirmestage.
Der Stolz des Spiels – Die Pritschenkinder
Der ganze Stolz des Scherberger Jungenspiels sind die Pritschenkinder – kurz auch „die Pritsche“ genannt.
Noch bis in die 1960er Jahre bestand die Pritsche nicht wie heute aus Kindern, sondern die Pritsche wurde von erwachsenen jungen Männern gestellt.
Als das Alter der Maijungen zunehmend abnahm und die jungen Männer wesentlich früher als noch vor Jahrzehnten aus der „Pritsche“ zu den Maijungen wechselten, hatte das auch auf die „Pritsche“ Einfluss. Statt wie bisher von jungen Männern wurde die „Pritsche“ nun von Kindern gestellt, wobei ursprünglich nur Jungen in der Pritsche mitgehen durften.
Aber auch in den Jungenspielen hat die Gleichberechtigung ihren Einzug gehalten, so dass in der Pritsche des Scherberger Jungenspiels schon seit vielen Jahren auch Mädchen in der Pritsche mitgehen dürfen, ja heute schon den überwiegenden Anteil der Pritschenkinder stellen.
In all den Jahrzehnten ist aber eines immer gleich geblieben: Das Scherberger Königsspiel hat immer größten Wert auf ein sauberes äußeres Erscheinungsbild seiner Pritsche gelegt. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass – für Mütter und Väter, deren Kinder zum ersten Mal in der Pritsche mitgehen, manchmal schwer zu verstehen – was das äußere Erscheinungsbild der Pritischenkinder anbetrifft in Scherberg schon immer ein strenges Reglement gegolten hat. Dabei ist die Kleiderordnung für Jungen und Mädchen gleich: weißes, langärmliges Herrenhemd, das am Kragen geschlossen getragen wird, weiße Hose ohne Applikationen, weiße Strümpfe, weiße Turnschuhe ohne Applikationen. Dazu gehört der obligatorische schwarze Gürtel, die von der rechten Schulter zu linken Hüfte getragene Schärpe in den Stadtfarben, der Strohhut mit dem bunten Sträußchen und natürlich last but not least die Pritsche.
Dass die Kleiderordnung peinlichst eingehalten wird, dafür sorgen auch der Pritschenmeister und der erste Pritschenjunge, die aber nicht nur für Ordnung sorgen, sondern sich auch nebst begleitenden Eltern liebevoll um die Pritschenkinder während der Umzüge kümmern. So gehört es unter anderem auch zur guten Tradition, dass die Pritschenkinder ( und die Musiker ), die während der Umzüge am meisten leisten müssen, als erstes beim Beschenken ihre Getränke erhalten.
Wer einmal wachen Auges den Vorbeizug der Jungenspiele während des großen Umzuges am Kirmessonntag in Würselen beobachtet hat, wird – ohne allen übrigen Jungenspielen in Würselen nahe treten zu wollen – feststellen, dass die Pritsche des Scherberger Königsspiels die mit weitem Abstand wie man in Scherberg sagt „sauberste“ Pritsche aller Jungenspiele ist. Darauf legen die Scherberger seit Generationen wert und diese Wertschätzung – aber auch die damit einhergehenden festen Regeln – werden von Generation zu Generation weitergegeben. Das Festhalten an den Traditionen und das Aufrechterhalten von Werten ist aber nicht nur ein Teil des äußeren Erscheinungsbildes des Scherberger Königsspiels – sie sind letztlich wahrscheinlich auch ein Teil des Erfolgsgeheimnisses des Scherberger Jungenspiels, das in diesem Jahr zum 69. Mal in ununterbrochener Reihenfolge nach dem Krieg aufmarschieren wird. Und allen voran geht wie in jedem Jahr mit ihrem Meister an der Spitze die schneeweiß gekleidete „Pritsche“.
Karl-Jürgen Schmitz
Die Scherberger Fahnenschwenker
Wie die Spielspitze, die Maijungen und die Maimädchen, die Musikzüge, die Pritschenkinder und die Schützen gehören als fester Bestandteil zum Scherberger Königsspiel natürlich auch die Scherberger Fahnenschwenker.
Das Fahnenschwenken (anderenorts auch als Fahnenschwingen oder als Fahnenspiel bezeichnet) ist ein uralter Brauch, bei dem mit einem schweren Handgriff versehene Fahnen kunstvoll geschwungen, hochgeworfen und wieder aufgefangen werden. Dadurch unterscheidet sich im Übrigen das Fahnenschwenken von dem so genannten Fahnenschlag, bei welchem die Fahne die Hand nicht verlässt, sondern möglichst nah am Körper geführt wird. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass der Fahnenschlag einen klerikalen Hintergrund hat: Er soll nämlich die Fesselung des heiligen Sebastian darstellen. Deswegen kann man den Fahnenschlag heute noch vielfach bei Fahnenschwenkern der Historischen Schützenbruderschaften bewundern, deren Schutzpatron bekanntlich der heilige Sebastian ist.*
Wie so viele andere Traditionen der Jungenspiele, so stammt auch die Tradition des Fahnenschwenkens aus dem Mittelalter. Nachdem zum Ausgang des 17. Jahrhunderts das Fahnenschwenken aus der Mode gekommen war, finden sich heute Fahnenschwenker wieder in ganz Europa wieder. So erinnert man sich in Würselen gerne an eine Abordnung belgischer Fahnenschwenker, die vor vielen Jahren begleitet von einem Landsknechtkorps die Würselener mit riesigen Fahnen begeisterten, als auch der aus dem nahe der italienischen Partnerstadt Würselens gelegenen Massa Marittima kommenden toskanischen Fahnenschwenker, die vor einigen Jahren auch Gast des Scherberger Königsspiels waren und mehrfach Weltmeister im Fahnenschwenken gestellt haben.
In den einzelnen Jungenspielen wird die Tradition des Fahnenschwenkens unterschiedlich gepflegt. Haben sich in einigen Jungenspielen (z.B. in Euchen und Bissen) die Fahnenschwenkergruppen zwischenzeitlich verselbstständigt und bilden eigene Vereine, sind die Fahnenschwenker im Scherberger Königsspiel nach wie vor Bestandteil des Scherberger Königsspiels und treten deshalb auch grundsätzlich nur auf den Veranstaltungen und in den Festumzügen des Scherberger Königsspiels auf.
Dabei pflegen die Scherberger Fahnenschwenker auch nicht ein akrobatisches Fahnenschwenken, wie man es in den eigenständigen Fahnenschwenkergruppen anderer Jungenspiele bevorzugt, sondern in Scherberg wird die Fahne „traditionell“, d.h. synchron geschwenkt.
Viele waren es, die in den vergangenen 69 Jahren die Fahne im und für das Scherberger Königspiel geschwungen haben. Darunter waren so bekannte Scherberger Persönlichkeiten wie Klaus Quadflieg oder z.B. auch der amtierende Hauptmann der Schützen und letztjährige Karnevalsprinz Michael Mallmann und natürlich nicht zu vergessen Torben Klein, heute bekannt als Frontmann der bekannten Kölner Gruppe „De Räuber“.
Unzweifelhaft geprägt wurde das Fahnenschwenken in Scherberg in der Nachkriegszeit jedoch von der aus der Scherberger Straße stammenden Familie Paffen. Gegründet wurde diese Fahnenschwenker-Dynastie durch Paul Paffen, dem es gelang, auch seine beiden Söhne Heinz Josef Paffen und Rolf Paffen bereits von Kindertagen an für das Fahnenschwenken zu begeistern, so dass sie schon im zarten Kindesalter von vier Jahren stolz die Fahnen des Scherberger Königsspiels durch die Straßen Würselens trugen. Mittlerweile ist die Familie Paffen mit Simone, Katrin und Pascal Paffen schon mit der dritten Generation bei den Fahnenschwenkern vertreten.
Einer der beiden Söhne von Paul Paffen, die im Übrigen beide bis heute noch die Fahne für das Scherberger Königspiels schwenken, nämlich Heinz Josef Paffen, schwenkte erstmals 1966 die Fahne und feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum als Fahnenschwenker. Das Scherberger Königsspiel, dem Heinz Josef Paffen darüber hinaus auch heute noch als stellvertretender Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Scherberger Jungenspiels dient, gratuliert Heinz Josef Paffen zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum und wünscht ihm noch viele Jahre die Kraft und die Gesundheit, weiterhin für das Scherberger Königsspiels die Fahnen zu schwenken.
Aktuell schwenken im Scherberger Königsspiel neben Heinz Josef und Rolf Paffen und ihren Kindern auch noch Frank Wirtz und Volker Meeßen seit einigen Jahren die Fahne. Und es besteht kein Zweifel daran, dass sie am Kirmessonntag, nachdem sie am Samstag die Fahnen noch ruhend durch Scherberg getragen haben, nicht nur die Scherberger mit ihren Künsten wieder begeistern werden.
* Quelle : Wikipedia
Karl-Jürgen Schmitz