Nachspiel in Scherberg

Das Nachspiel des Scherberger Königsspiels findet am 23. Juni 2018, ab 16.00 Uhr, auf dem Schulhof der Grundschule Scherberg statt. Geboten werden neben Kaffee und Kuchen, Spezialitäten vom Grill und natürlich Frisches vom Fass.

Schöne Kirmes!

Das Scherberger Königsspiel wünscht allen eine schöne Kirmes und tolles Wetter. Diese Homepage ruht traditionell während der Kirmestage.

Der Dresscode des Scherberger Königsspiels

Wie Du kommst gegangen… oder … Der Dresscode des Scherberger Königsspiels

Wenn das Scherberger Königsspiel abgesehen von seiner schieren Größe, die es in den letzten Jahren erreicht hat, von Anbeginn an etwas auszeichnet, dann ist es vor allem auch sein äußeres Erscheinungsbild.

Nicht nur bei den Pritschenkindern wird größter Wert auf ein einheitliches und sauberes Erscheinungsbild gelegt, auch die Maijungen und Maimädchen selbst unterliegen, was ihre Bekleidung angeht strengen Regeln, die dem Jungenspiel allerdings nicht von außen aufoktroyiert wurden, sondern die sich das Jungenspiel in seinem Selbstverständnis selbst auferlegt und mit kleinen Modifikationen von Generation zu Generation weitergegeben hat.

Das beginnt schon am Freitagabend bei der so genannten Thekeneröffnung. Schon seit vielen Jahren ist es in Scherberg mittlerweile Tradition, dass Maijungen und Maimädchen – meisten zu einer Jeans – ein schwarzes Polohemd mit dem auf der linken Brustseite prangenden Wappen des Scherberger Königsspiels tragen. Die Farbe der Polohemden in Verbindung mit der großen Anzahl der Mädchen und Jungen des Scherberger Königsspiels, die besonders am Freitagabend beim obligatorischen Gruppenfoto auf dem Festzelt zu Tage tritt, haben dem Scherberger Königsspiel seit einigen Jahren den Beinamen “ Die schwarze Macht“ eingetragen.

Von dieser Bekleidung unterscheidet sich die Bekleidung maßgeblich, die die Maijungen und Maimädchen an den folgenden Kirmestagen, also vom Kirmessamstag bis zum Kirmesdienstag, tragen.

Dabei ist der Dresscode für die sogenannten „Herren der Schöpfung“, also die Maijungen, relativ einfach und auch nicht aufwändig. Denn das „must have“ besteht ausschließlich in einem Anzug, einem dazugehörigen Hemd und natürlich der obligatorischen Krawatte. So angezogen zeigen sich die Maijungen des Scherberger Königsspiels bei ihrem ersten Auszug Kirmessamstag.

Kirmessonntag und Kirmesmontag wird dieses Outfit ergänzt um die von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragene Schärpe des Scherberger Königspiels sowie dem Strohhut mit Blumensträußchen. Am Kirmesdienstag wechselt die Schärpe die Besitzer und wird von den Maimädchen getragen.

Für die männlichen Mitglieder der Spielspitze, also den Maikönig, den Maiknecht, den Pritschenmeister und den ersten Pritschenjungen, sieht der Dresscode allerdings etwas anders aus. So gehört bei den vier Mitgliedern der Spielspitze am Kirmessamstag auch das auf dem linken Revers getragene Eichenlaub zur Ausgehordnung, ein goldenes für den König, ein silbernes für den Maiknecht und ein grünes für den Pritschenmeister und den ersten Pritschenjungen.

Ab dem Kirmessonntag werfen sich dann auch die männlichen Mitglieder der Spielspitze „in Schale“. Für den Maikönig und den Maiknecht bedeutet das das Tragen eines schwarzen Anzugs oder Fracks mit weißem Hemd und Fliege (die Farbe der Fliege wird meistens zwischen dem Maikönig und dem Maiknecht abgestimmt) und natürlich des obligatorische Zylinders, der allerdings nicht auf dem Kopf getragen, sondern in der Hand gehalten wird. Vervollständigt wird das Ganze durch eine gold- bzw. silberverbrämte Schärpe und dem bereits erwähnten Eichenlaub.

Demgegenüber tragen der Pritschenmeister und der erste Pritschenjunge wie auch die Pritschenkinder die Tracht der Pritsche, d.h. weißes, langärmliges, am Kragen geschlossenes Hemd, weiße Hose mit schwarzem Gürtel, weiße Strümpfe und weiße Schuhe. Dazu tragen der Pritschenmeister und der ersten Pritschenjunge ebenfalls ihre Gold- bzw. silberverbrämte Schärpe, ihren Strohhut, das grüne Eichenlaub sowie die sich in Größe und Schmuck von den normalen Pritschen unterscheidenden Pritschenmeisterpritschen.

Ist der Aufwand, den die Maijungen bekleidungsmäßig betreiben müssen, um sich den Vorgaben entsprechend beim Jungenspiel zu präsentieren, noch überschaubar, ist der Aufwand, den die Maimädchen betreiben müssen, um ein Vielfaches größer.

Steht es den Maimädchen Kirmessamstag noch frei, wie sie sich anziehen, da sie nicht im Festzug mitgehen, ist für den Kirmessonntagmorgen ein Jackenkleid oder z.B. ein Etuikleid mit Jacke vorgegeben. Eine den Regeln nicht entsprechende Bekleidung kann bei allen – auch den Pritschenkindern – im Zweifelsfall sogar dazu führen, dass man ausgeschlossen wird bzw. nicht am Festzug teilnehmen darf. Denn Priorität hat das Gesamtbild des Jungenspiels und damit das einheitliche Auftreten.

Zu dem Jackenkleid gesellt sich dann auch noch traditionell ein Sonnenschirm, der im Bedarfsfall als Regenschirm Verwendung findet

Am Kirmessonntagnachmittag ist dann die große Gala angesagt: Nicht nur die Spielspitze, nein, alle Maimädchen tragen lange, oft extravagante, teure, lange Kleider. Dazu tragen die Maimädchen einheitliche Blumensträuße und zum Teil außerordentlich aufwändige Frisuren. Es geht um nicht mehr und nicht weniger, als sich selbst und das Scherberger Königsspiel und damit den Ortsteil Scherberg so prächtig als möglich zu präsentieren.

Der Kirmesmontag sieht die Maimädchen wieder in normalen Kleidern, dazu wird wiederum der Blumenstrauß getragen.

Am Kirmesdienstag entfaltet das Jungenspiel zu Ehren des Schützenkönigs nochmals seine gesamte Pracht, was für die Maimädchen wiederum bedeutet, sich besonders herauszuputzen und auch wieder in ein langes Kleid zu schlüpfen. Dazu tragen die Maimädchen am Kirmesdienstag die bis dahin von den Maijungen getragenen Schärpen und natürlich ihren obligatorischen Blumenstrauß.

Das Outfit der Maikönigin, der Ehrendamen und der Maimagd unterscheiden sich was die Vorgaben zu den jeweiligen Kleidern etc. betrifft grundsätzlich nicht von den Vorgaben für die übrigen Maimädchen. Lediglich die Sträuße der Maikönigin, der Ehrendamen und der Maimagd unterscheiden sich im Regelfall von den Blumensträußen der Maimädchen und die Maikönigin trägt zudem im Haar ein Diadem. Dass natürlich die den Maikönig und den Maiknecht begleitende Maikönigin, die Ehrendamen und die Maimagd auch bei ihren Kleidern herauszustechen versuchen, um ihrer Aufgabe als Repräsentanten des Scherberger Königsspiels gerecht zu werden, bedarf sicherlich keines besonderen Hinweises.

An dieser Stelle soll Allen, den Maijungen, den Eltern der Pritschenkinder, vor allem aber den Maimädchen, einmal ein großes Danke gesagt werden. Denn auch wenn sie – natürlich vor Allem die Maimädchen – sicherlich große Freude daran haben, sich selbst heraus zu schmücken und sich in den Festumzügen von ihrer besten und schönsten Seite zu zeigen, bedarf es immer auch des Einsatzes zum Teil nicht unerheblicher Geldmittel, um sich den Vorgaben des Scherberger Königsspiels entsprechend einzukleiden. Dass die jungen Mädchen und Jungen ( und Eltern ) bereit sind, dies Jahr für Jahr auf`s Neue zu tun, zeigt nicht nur, wie engagiert diese jungen Menschen sind, sondern, wie stark sie sich mit dem jahrhundertealten und dennoch immer noch lebendigem Brauchtum Jungenspiel identifizieren.

Und was die Maimädchen angeht – seien wir doch einmal ehrlich: Auch wenn es ein Jungenspiel ist – was wäre das Jungenspiel ohne seine prächtig herausgeschmückten und wunderschönen Maimädchen?

Karl-Jürgen Schmitz

Die Vorbereitungswoche – Die schönste Arbeitswoche

Die wohl mit Abstand schönste Arbeitswoche im Jahr ist – zumindest, wenn man zu den Maijungen des Scherberger Jungenspiels gehört – die Vorbereitungswoche.

Eine Woche vor Kirmes geht es für die Scherberger Maijungen schon richtig rund, denn es gibt reichlich Arbeit zu tun, damit am Freitag zur Thekeneröffnung alles vorbereitet ist. Für die Maijungen gilt in dieser Woche Anwesenheitspflicht; Ausnahmen gibt es i.d.R. nur für Schule, Arbeit und Universität.

Montagmorgens um 10 Uhr treffen sich die ersten Maijungen auf dem Bauernhof Mertens in der Südstraße um den Beginn der Vorbereitungswoche einzuläuten. Bei einem Frühstück zumeist bestehend aus Brötchen mit frischem Mett und wahlweise Kaffee, Bier oder anderen Getränken stärken sich die Maijungen für die anstehende Arbeit. Danach geht es sofort los und die ersten Maijungen fangen an, Tannenzweige für die Schwünge der Spielspitze und des Schützenkönigs zu schneiden. Weitere Maijungen machen sich mit Bollerwagen und Leiter auf den Weg in die Südstraße und Paulinenstraße, um anzufangen, die unzähligen Wimpelschwünge zu hängen.

Sobald genügend Tannen für den ersten Schwung geschnitten wurden, fangen die ersten Maijungen mit dem Binden an. Hierfür wird zuallererst über eine Strecke von 10 bis 20 Meter – abhängig von der gewünschten Länge des „Empfängers“ – Ballenschnur gespannt. Um diese wird der Schwung dann gebunden; eine Aufgabe, die nur im Team bewältigt werden kann.

Abends, wenn die Arbeit getan ist gibt es dann vom Maikönig das Kommando: „Alle an den Schwung!“. Denn eben jener wird von den Maijungen (ganz vorsichtig!!) angehoben und zu seinem Standort gebracht. Und auf dem Weg zeigt sich wieder, was das Jungenspiel so besonders macht, denn: Unterwegs singen die Maijungen traditionell alte Scherberger und Würselener Lieder! Danach klingt der Abend bei einem (oder zwei, drei, …) Bierchen in lockerem Beisammensein beim Mitglied der Spielspitze aus, die den Schwung bekommen hat.

Für Montag bis Mittwoch stehen hauptsächlich Schwungbinden und Wimpelhängen sowie andere Kleinigkeiten auf der Agenda. Ab Donnerstag geht es in den Endspurt! Ab dann wird jede helfende Hand benötigt und die Maijungen sind überall im und um das Zelt im Einsatz. Außer am Nachmittag, wo nur eine Handvoll Maijungen da ist. Die meisten sind zu dieser Zeit nämlich auf dem Anhänger eines Traktors auf dem Weg in den Würselener Wald, um Birken zu holen. Und an diesem Nachmittag staunt ganz Würselen nicht schlecht, wenn die Scherberger sich – natürlich wieder mit den eigenen Liedern – lautstark auf dem Würselener Markt bemerkbar machen!

Am Donnerstagabend wird es für die Maijungen besonders schön. Der Grund hierfür ist, dass an diesem Abend nicht nur ein Schwung weggebracht wird, sondern auch der Baum für die Maikönigin aufgestellt wird. Und als Dankeschön lädt die Maikönigin – in diesem Jahr Melanie Olbertz – die Maijungen und Maimädchen zu einem feuchtfröhlichen Abend miteinander, zur sogenannten „Königinnenfete“ ein.

Doch damit ist noch nicht genug! Denn am Freitag muss nach der Feierei noch die restliche Arbeit abgeschlossen werden. Und obwohl das für viele nach einem langen Abend vorher sehr anstrengend ist – jeder weiß, dass nicht mehr viel Zeit ist. Die Birken werden gestellt und das Zelt wird abschließend für den Freitagabend vorbereitet.

Am Nachmittag wird das Ende der schönsten Arbeitswoche eingeläutet: Die Maijungen tragen den Torbogen und das „Herzlich Willkommen“-Schild an die Kreuzung von Südstraße und Paulinenstraße. Das Aufstellen markiert dann ganz offiziell das Ende der Vorbereitungswoche. Danach versammeln sich noch alle Maijungen in einem Kreis und der Maikönig gibt mit einigen abschließenden Worten zur Woche den Startschuss zur Kirmes.

Christoph Schirmel